Produktewerbung

Andere Leute – andere Sitten – andere Bedürfnisse

 

Soll man sie nun bemitleiden oder belächeln? Weder noch! Leute, die ihre Zufriedenheit über sinnlosen Konsum definieren, kurbeln die Wirtschaft an und werden deswegen von Verkäufern und Werbern mit besonderer Aufmerksamkeit bedacht. Wie dumm Werbung sein darf, misst sich an deren Erfolg. Erfolg hat sie, wenn Bedürfnisse geweckt und diese durch den Kauf von Produkten befriedigt werden können. Denn nicht Glück ist das Ziel, sondern Geld.

Womit und vor allem, mit welchen Argumenten, Vorspiegelungen und Versprechen versucht wird, überflüssigen, unpraktischen, sinnlosen Müll unter die Leute zu bringen, ist manchmal wirklich bemerkenswert. Für die «schönsten» Beispiele, die ich in dieser Hinsicht gefunden habe, habe ich diese Seite gemacht.

 

…wohl die Vorstufe zum
menschlichen Köfferli-Muni?
         Zum Beispiel, wenn die Fantasie schon so abgestorben ist, dass für Zuneigung schon ein aufblasbarer Plastic-Arm – womöglich noch mit dem Duft von künstlichem Schweiss (Duftnoten frisch bis 3 Tage alt) – ausreicht.
Gleichberechtigung in der Latexwelt: Die Gummi-Susi war gestern. Jetzt kommt der Gummi-Sepp!

 


 

         Auf der anderen Seite soll es auch Männer geben, denen kaum mehr zu helfen ist. Wenn der degenerative Prozess nebst dem Hirn auch schon die Hände erfasst hat, hilft wohl nur noch dies…

 


 

Oder zum Beispiel, wenn wir dank modernster mikroprozessorgesteuerter Technik unsere Körperpflege direkt in der Kloschüssel verrichten können – Die neue Dimension eines All-in-one-Systems.

Bild: typische Hämorrhoiden-Patientin der Firma Balena Dusch-WC. Man beachte, wie sich die arme Frau vor Schmerzen windet!

 


 

         Erstaunlich, wie sich Begriffe im Laufe der Jahre verändern können. Selbst nichts anzuhaben geht heute nicht mehr, ohne etwas anzuhaben.

Zugegeben, ich habe insofern keine Ahnung von der Materie, als ich noch nie in einem solchen Ding gestanden habe. Mit dem Begriff Minimalschuhe könnte ich eher leben, aber Barfuss ist barfuss und Schuh ist Schuh.

 

Alles andere entspringt wohl der künstlichen Intelligenz umsatzgeiler Werbefuzzis, deren Hype genau so schnell verschwinden wird, wie er aufgetaucht ist.

Vielleicht ist es aber auch nur die katholische Form des Nacktwanderns auf dem Appenzeller Barfusswanderweg. Zwar Barfuss, aber doch nicht so nackt, dass sich der heilige Geist daran stören könnte.

 


 

         Und dennoch – in der freien Natur lauern haufenweise Gefahren, denen der heutige Multitasking-Mensch jedoch elegant ausweichen kann.

Wellness in der Kloschüssel, lesen, essen und telefonieren beim Autofahren und joggen während der Online-Konferenz…

Da kann man ja gespannt sein, mit welch sinnigen Ideen unsere konsum-geschrumpften Hirne in Zukunft noch geflutet werden.